Alzey - im Herzen Rheinhessen

Metzler: Wer den Weinbau stärken will, darf ihn nicht zusätzlich belasten

Geplante Erhöhung der Schaumweinsteuer würde Winzer, Sekterzeuger und Gastronomie in Rheinhessen zusätzlich unter Druck setzen

Foto: KI generiertFoto: KI generiert

WORMS/BERLIN. Der rheinhessische Bundestagsabgeordnete Jan Metzler warnt vor einer Erhöhung der Schaumweinsteuer. Ausgerechnet eine Branche, die sich seit Jahren in einer wirtschaftlich schwierigen Lage befindet, würde dadurch zusätzlich belastet. Für Rheinhessen als größtes Weinanbaugebiet Deutschlands hätte dies spürbare Folgen – für Winzer, Sekterzeuger, Gastronomie und Tourismus.

„Rheinhessen ist das größte Weinanbaugebiet Deutschlands. Für viele Familienbetriebe gehört die Sekterzeugung längst zum wirtschaftlichen Standbein. Zahlreiche Weingüter haben in den vergangenen Jahren gezielt in die handwerkliche Sekterzeugung investiert. Wer ausgerechnet jetzt die Schaumweinsteuer erhöht, belastet nicht nur die Betriebe, sondern eine gesamte regionale Wertschöpfungskette – vom Weinbau über die Sektkellereien bis hin zu Gastronomie und Tourismus“, erklärt Metzler.

„Die Schaumweinsteuer wurde einst eingeführt, um die kaiserliche Kriegsflotte zu finanzieren. Mehr als 120 Jahre später ausgerechnet in der aktuellen Lage des Weinbaus über eine Erhöhung dieser historischen Sondersteuer zu diskutieren, ist das falsche Signal. Die Branche kämpft ohnehin mit steigenden Kosten, einem rückläufigen Konsum und einem harten internationalen Wettbewerb. Zusätzliche Steuerlasten verschärfen die Situation weiter.“

Parlamentskreis Weinkultur will Branche stärken

Besonders kritisch bewertet Metzler den geplanten Zeitpunkt einer möglichen Steuererhöhung. Viele Weingüter und Sektkellereien hätten ihre Lieferverträge mit Handel und Gastronomie bereits langfristig abgeschlossen. Mehrkosten durch die Steuer könnten deshalb vielfach nicht unmittelbar weitergegeben werden und gingen direkt zulasten der Betriebe.

Erst im März hat Jan Metzler gemeinsam mit seinem Bundestagskollegen Philip Hoffmann den Parlamentskreis Weinkultur im Deutschen Bundestag gegründet. Ziel ist es, die Anliegen des Weinbaus stärker in die parlamentarische Arbeit einzubringen und den Austausch mit der Branche zu intensivieren. „Mit dem Parlamentskreis wollen wir den Anliegen der Weinwirtschaft im Bundestag mehr Gewicht verleihen. Dazu gehört auch, Fehlentwicklungen frühzeitig anzusprechen. Wer den Weinbau stärken will, darf ihn nicht gleichzeitig durch zusätzliche Steuern schwächen.“

Metzler kündigt an, die Beratungen im Deutschen Bundestag eng zu begleiten. Aus seiner Sicht müsse die Politik alles daran setzen, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Weinwirtschaft zu stärken, statt neue finanzielle Belastungen aufzubauen. „Unsere Winzer und Sekterzeuger brauchen jetzt Planungssicherheit, weniger Bürokratie und verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Eine höhere Schaumweinsteuer würde genau das Gegenteil bewirken. Als Bundestagsabgeordneter des größten deutschen Weinanbaugebiets werde ich mich dafür einsetzen, dass die Anliegen unserer Winzer und Sekterzeuger in den weiteren Beratungen Gehör finden.“